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Führungsleitlinien (Audio-Version .mp3)

Der Chef war auf einer Fortbildung; Schweiz, St. Gallen, das neue POONA der Management-Seminar-Touristen. Seine Ansage: „Wir brauchen jetzt ein Leitbild und natürlich auch Leitlinien der Führung, ist jetzt „State oft he art“, hat man zu haben!“. Allgemeine Meinung: „Bis jetzt lief unser Laden auch so, die Zahlen stimmen, aber wenn der Chef sich was in den Kopf gesetzt hat, soll er es bekommen!“

In Konzernstrukturen ist es seit langem üblich, sich mit der eigenen Unternehmenskultur zu beschäftigen. Das führt in der Folge dazu, dass Leitlinien der Führung entwickelt werden, die dann als Verhaltensrichtlinien für Führungskräfte und Mitarbeiter weiter vermittelt werden.

Zunehmend entdeckt der Mittelstand diesen Brauch auch für sich. Und bedient sich externer Berater und Agenturen, um Führungsleitlinien für das eigene Unternehmen zu formulieren. Gelegentlich wird aus Kostengründen auch das eine oder andere aus dem Internet recherchiert und zusammengetragen. Am Ende ergeben sich rgeben sich schicke Formulierungen wie zum Beispiel:

Wir vertrauen auf den Leistungswillen von Mitarbeitern und Kollegen“, oder „Wir schaffen Möglichkeiten und Gelegenheiten um die Motivation unserer Mitarbeiter zu fördern“, „Wir sehen und behandeln unsere Mitarbeiter als wertvollste Ressource“.

Ist dann ein Katalog von ausdrucksstarken „Leitlinien“ zustande gekommen, so wird dieser dann im Foyer ausgehängt; in einem repräsentativen Rahmen, gut sichtbar für Besucher und Kunden. Als Aushang am schwarzen Brett für die Belegschaft, oder als in Form eines Flyers, Beilage zur Gehaltsbenachrichtigung.

Soweit so gut; wäre da nicht die weit verbreitete Tatsache, dass der Anspruch von ausformulierten Führungsleitlinien und die Wirklichkeit im Verhalten von Vorgesetzten und Kollegen im Unternehmen weit auseinanderklaffen.

Dies führt dann in der Regel zu reflexhaften Bemerkungen in der Belegschaft wie: “Dann sollen die da oben damit mal anfangen“ oder „Für so etwas ist Geld da, sonst wird aber an allen Ecken Enden gespart“, oder „Wenn die Teppichbodenabteilung nichts zu tun hat, machen sie auf Philosophen“.

Dass durch die oben beschriebenen Vorgehensweisen mehr Frust statt Lust auf Leistung in der Firma entsteht, ist nahe liegend – gut gemeint, schlecht gemacht.

Eine Personalführung arbeitet den Zielen des Unternehmens zu und sollte von allen Führungskräften bejaht, bewusst und einheitlich umgesetzt werden. Führungsleitlinien regeln den Umgang von Vorgesetzten mit den Mitarbeitern auf der operativen Ebene. Sie sollten daher möglichst spezifisch und vor allem wirklichkeitsnah formuliert sein.

Gute Chancen auf Erfolg hat die Beschäftigung mit Führungsleitlinien, wenn sie am Runden Tisch beginnt. Niemand wird ausgeschlossen, Betroffene werden zu Beteiligten gemacht. Denn wer mitgestalten darf, verbindet sich bereitwilliger mit Ergebnissen, als wenn er diese vorgesetzt bekommt. In Gesprächsrunden zwischen allen, die es betrifft, oder mit deren Stellvertretern, wird die Thematik diskutiert; hierarchiefrei, auf Augenhöhe und ergebnisoffen. Und moderiert von einem unparteiischen Externen, dem es gelingt, eine Kommunikation in Gang zu bringen, in der Offenheit herrscht, ungeschminkte unangenehme Wahrheiten auf den Tisch kommen dürfen und Defizite in der Kultur und im Umgang benannt werden. Verletzungsfrei, ohne das „offene Rechnungen“ beglichen oder „neue Rechnungen aufgemacht“ werden“.

Nach einer ehrlichen Bestandsaufnahme der Ist-Situation können dann alle gemeinsam daran gehen, Verhaltensgrundsätze zu formulieren die Sinn für die Praxis machen. Die von allen, unabhängig von Status und Funktion, eingefordert werden können; und deren Umsetzung jedem Einzelnen nutzt und dabei das Unternehmen nach Vorne bringt. Jetzt beginnt die Arbeit erst: denn Führungsleitlinien zu haben heißt noch lange nicht dass sie im Unternehmen wirksam werden. Dafür ist jeder einzelne verantwortlich, top down und bottom up. Führungsleitlinien können nur dann wirksam werden wenn sie in einer Kultur entstehen, in der jeder von jedem, unabhängig von Ansehen und würden das einhalten der Leitlinien einfordern darf und soll.

Nur so kann gelingen, was gut gemeint ist – weil es gut gemacht wird.

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