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Kennen Sie das? Sie werden unverhofft von Mitarbeitern, Kollegen, Kunden Vorgesetzten mit einer Äußerung konfrontiert, die ihnen buchstäblich die Sprache verschlägt. Sie sind perplex, es fehlen Ihnen die passenden Worte. Minuten später, nachdem die Situation vorüber ist, fällt Ihnen die angemessene Entgegnung ein. Nun ist aber die Situation vorüber, es zu spät, das Geschehene rückgängig zu machen.

Sie bleiben mit dem Gefühl zurück, überrumpelt, bloßgestellt worden zu sein.

Dumm gelaufen!

Das Erbe des Höhlenmenschen

Die Evolution hat im Mensche ein simples, aber wirkungsvolles Gefahren-Reaktionsprogramm installiert. Sahen sich unsere Vorfahren einer plötzlich auftretenden Gefahrensituation ausgesetzt, kam es unwillkürlich zum „blackout“. Der blackout ist die Vorbereitung des Körpers auf Kampf, Flucht oder Starre. In diesem Zustand wird das vernünftige Denken abgeschaltet, der Körper wird mit Stresshormonen überflutet, alle Systeme sind in Alarmbereitschaft und auf Aktion ausgerichtet. Oder, wenn Kampf oder Flucht aussichtslos erscheinen, auf`s Tot-stellen. Da wir in unserer „zivilisierten“ Umwelt in einer solchen Situation weder zuschlagen, noch flüchten können (ich bin dann mal weg!), schaltet unser Organismus in der Regel um auf Impulshemmung. Der Totstellreflex wird aktiviert. Wir verhalten uns reglos, wie das besagte Kaninchen vor der Schlange. Ihnen ist klar, das Sie in einem solchen Zustand weder Geistesgegenwart, noch kreative Entgegnungen produzieren können. Außer den Moment über sich ergehen zu lassen bleiben Ihnen scheinbar keine Verhaltensoptionen. Oder doch? Ist es dennoch möglich, das Erbe des Höhlenmenschen auszutricksen? Ja, unter bestimmten Voraussetzungen können Sie den Flucht- Angriffs- oder Totstellimpuls außer Kraft setzen. Eine wirksame Technik will ich Ihnen im Folgenden vorstellen.

Wollen Sie Pommes frites dazu?

Stand up Comedians benutzen diese Technik, um Zwischenrufen aus dem Publikum schlagfertig und spontan zu begegnen. Dazu legen sie sich eine kleine Auswahl Antworten bereit, die sie bei passender Gelegenheit ins Publikum zurück werfen.

Dabei spielt es nur eine unwesentliche Rolle, ob die Antworten treffgenau zu den Zwischenrufen der Zuhörer passen – one fits all geht auch. Auch dürfen die Antworten völlig sinnentleert sein. Hauptsache, sie kommen spontan und überbrücken damit bei Ihnen das Auftreten eines Blackouts. Gerade scheinbar sinnlose Entgegnungen bringen denjenigen, der eine überraschende Einwendung gebracht hat, aus dem Konzept und seinerseits in eine Starre. „Wollen Sie Pommes frites dazu?“ Eine sinnlose Frage, die aber dazu geeignet ist, eine schwierige Situation oder einen hinderlichen Gefühlszustand zu unterbrechen und in den gelassenen Normalzustand zurück zu kommen. Im Handball nennt man das eine „Auszeit“. Sie unterbricht den Spielfluss der gegnerischen Mannschaft und hilft dem eigenen Team, in den Rhythmus zurück zu finden.

Sinnvolle und sinnlose Beispiele:

Erwarten Sie eine geistreiche Antwort?

Gibt es dafür einen Kurs?

Ist Heute wieder Schnitzeltag?

Wollen Sie Pommes frites dazu?

Elementar Watson!

Weihnachten ist öfters

Wo kann ich so was lernen?

Soll ich mich jetzt schuldig fühlen?

Soll ich jetzt sterben?

Geht es uns jetzt besser?

Hört, hört!

Rotkäppchen und der Wolf

Wem sagen Sie das?

Ich weiß das schon lange-wann ist es Ihnen aufgefallen?

Bringt uns das wirklich weiter?

Jetzt wäre ich gerne ganz woanders

Haben wir jetzt Ideenramadan?

Das bringt uns echt weiter!

Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?

Wie ungeschickt von mir!

Hat es noch was Zeit, oder soll ich mich jetzt gleich erschießen?

Darauf hab ich gewartet

Das schreib ich mir ins Poesiealbum

Asche auf mein Haupt!

Gibt’s das auch in sachlich?

Wenn Schweine fliegen könnten…

Schuldig euer Ehren!

Treffer, versenkt!

Bin ich gemeint?

Können Sie sich die Antwort bitte selbst geben?!

Bitte mit zwei Stück Zucker

Das habe ich nicht bestellt

Ich wollte mein Steak medium

Suchen Sie sich drei oder vier Bemerkungen heraus, die zu Ihrer Art und möglichen Situationen überraschenden Gelegenheiten passen. Lernen Sie die Bemerkungen auswendig! Sprechen Sie dabei mit einer ironisch/indifferenten Stimmfärbung. Auch Selbstironie kann angewendet werden. Visualisieren Sie gleichzeitig eine lustige Szene, halten Sie Ihren Kopf aufrecht und lächeln Sie dabei. Wiederholen Sie diese Übung so lange, bis Ihre Bemerkungen nicht mehr bewusst erinnert werden müssen, sondern wie aus der Pistole geschossen aus Ihnen heraus fließen. Dann haben Sie die Sicherheit, in einer überraschenden Situation spontan richtig zu antworten. Das vermittelt schon mal einen Menge Selbstvertrauen und Gelassenheit. Alleine das Wissen darum, in jeder Situation einen Plan B zur Hand zu haben, hilft, das Aufkommen von Stressblockaden zu verhindern. Mit der Zeit können Sie den Vorrat an geistreichen und sinnlosen Gegenbemerkungen beliebig weiter auffüllen und für praktisch jede denkbare Situation gerüstet sein.

Ich habe an dieser Stelle auf aggressive Entgegnungen verzichtet, wenngleich auch solche ihren Platz haben mögen. Insbesondere dann, wenn Ihr Gegenüber sich nicht zufrieden gibt, ausfallend wird und Sie sich selbst behaupten müssen. Dafür lassen Sie sich gerne selbst ein Paar passende Repliken einfallen. Wie es geht, wissen Sie ja nun.

Viel Spaß beim Üben; berichten Sie mir gerne von Ihren Erfahrungen.